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Einsatzbefehl Nr. 51

Routiniert überfliegt der bühnentechnische Leiter der Big Band der Bundeswehr, an diesem Morgen den Einsatzbefehl. Ihn interessiert insbesondere der Punkt "Lufttransport des Materials". Ca. 8,5 Tonnen Ausrüstung wollen erst einmal verladen und transportiert sein. Schaut man einige Zeilen weiter sieht man das Ziel der Band, das den Transportaufwand zu rechtfertigen hat. Diesmal ist es Skopje in Mazedonien. Es geht also zu den deutschen KFOR - Soldaten, die ihren Auftrag im Rahmen Blick auf das Publikum in Prizren   (Foto: Thomas Ernst)der NATO im Kosovo erfüllen.

Auf eigenen Wunsch für die Kameraden spielen

Die Big Band der Bundeswehr hat sich freiwillig gemeldet, um nach dem erfolgreichen Einsatz fürdie internationale SFOR - Truppe in Bosnien- Herzogowina zu spielen, damit der Alltag der dort immerhin sechs Monate stationierten Soldaten etwas Abwechselung bekommt.

Mehr als 1500 internationale Gäste

Doch zurück zu Mirko Nützel und dem Einsatzbefehl. Mittlerweile ist der Tag des Abflugs angebrochen, Klaus Dierolf beim Solo   (Foto: Thomas Ernst)das Gerät ist verladen, alle Musiker sind zum Abflug auf dem militärischen Teil des Flughafens in Köln/Wahn angekommen. Es kann losgehen. Der Einsatzoffizier der Band berichtet den Bandmitgliedern, dass das Konzert in einer Sporthalle der Stadt Prizren stattfinden soll. Man rechnet mit 1500 internationalen Gästen. Schließlich sind auch Schweizer und Österreicher Bestandteil der internationalen Friedenstruppe, die an dem Abwechslung versprechenden Showkonzert der Spitzenmusiker in Uniform ebenfalls teilhaben wollen. Ohne Probleme verläuft der Flug. Mit Hilfe des vor Ort stationierten "LUZ" (Lufttransport und Umschlagszug) ist die Ausrüstung schnell in die Bereitstehenden CH-53 Transporthubschrauber der Bundeswehr umgeladen. Der Transport kann nach zwanzig Minuten über das Gebirge nach Prizren im Kosovo fortgesetzt werden. Der Flug erfolgt ohne Zwischenfälle. Die beiden Transporthubschrauber fliegen über die wunderschöne Berglandschaft. Der schöne Anblick aus der Luft wird jedoch getrübt von den vielen Häuserruinen, die der Bevölkerung aus dem Krieg zurückgeblieben sind. Nach der Landung wird alles entladen und zum Auftrittsort in die vorbereitete Sporthalle transportiert.


Alles klar, der Soundcheck kann beginnen

Nun sind Mirko Nützel und seine sieben Helfer in ihrem Element. Aufbauen der kompletten Ton- und Lichtanlage, Verkabeln und Anschließen der elektrischen Aggregate... – noch einmal Glück gehabt, die durch den Transport beschädigten Stecker lassen sich austauschen. Die Zeit vergeht für die Techniker wie im Flug. 16:00 Uhr ist Soundcheck, sonst kann der Zeitplan und somit der pünktliche Beginn des Konzerts nicht eingehalten werden. Der Tonmeister überprüft bereits sein Mischpult. Der Bus mit den Musikern ist auch schon aus dem Unterkunftsbereich des Feldlagers eingetroffen. Über den Dächern der vom Krieg angeschlagenen Stadt Prizren versinkt langsam die Die Musiker beim Showkonzert   (Foto: Thomas Ernst)Sonne, ein typischer schöner Herbstabend für diese Gegend. Die Halle ist bereits gut mit den Soldaten der Bundeswehr, aber auch der schweizer- und österreichischen Streitkräfte gefüllt. Es ist 20:00 Uhr. Der Befehlshaber des deutschen Einsatzkontingents begrüßt kurz das Publikum und schon geht es auf der Bühne zur Sache. Showtime für die Big Band der Bundeswehr. Zweiundzwanzig Musiker zeigen, unterstützt von der Gesangssolistin Bwalya, ihr Können. Spitzenmusiker unterwegs als Botschafter für den guten Zweck, denn alle Spenden, die heute Abend hier eingespielt werden, kommen lokalen Hilfsprojekten vor Ort zugute. Wieder einmal gelingt es der Big Band der Bundeswehr mit ihrem peppigen Showprogramm und ihrer eigenen Sprache, der Musik, Menschen verschiedener Nationen zusammenzuführen. Schnell lässt sich das Publikum begeistern, extrem gute und ausgelassene Stimmung kommt auf. Die Jungs der Big Band der Bundeswehr aus Deutschland kommen gut bei den Besuchern an. Der Veranstalter ist zufrieden. Der leere Spendensack hat sich durch die Einnahmen dieses Konzerts gut erholt. Ergebnis unter dem Strich: Trotz des Aufwands ein äußerst gelungener Einsatz.